Hast du alles für einen Plan B(lackout)

Licht aus, Telefon aus, Computer aus – Stromausfall. Was tun, wenn fast unser ganzes Leben plötzlich ausgeschaltet ist? Ruhe bewahren und auf Plan B zurückgreifen. Wie dieser Plan aussehen kann, zeigt FREDA euch hier:

Einen kurz andauernden Stromausfall haben die meisten von uns schon einmal erlebt. Beunruhigung macht sich in solchen Fällen kaum breit. Wissen wir doch, dass die Versorgung dank unserer hochleistungsfähigen Infrastruktur rasch wieder hergestellt wird. Im Durchschnitt dauert in Österreich ein Stromausfall nur 35 Minuten. Doch was ist, wenn – wie erst kürzlich in Tirol – aufgrund eines Betriebsmitteldefekts oder Unwetters ganze Regionen für mehrere Stunden vom Stromnetzwerk getrennt sind? Immer häufiger hören wir auch vom Worst-Case-Szenario der Stromversorgung, dem sogenannten Blackout. Da könnte der Strom über Tage wegbleiben. Telekommunikation und Versorgung würden nicht wie gewohnt funktionieren. „Deshalb ist es wichtig, dass sich jede:r Einzelne für mindestens 14 Tage mit allem Wichtigen wie Wasser, Lebensmittel, Medikamenten versorgen kann“, erklärt Blackout-Experte Herbert Saurugg.

Wie ein Blackout entsteht und welche Folgen er mit sich bringen kann, erfahrt ihr im Beitrag: Szenario Blackout: Wenn wir schwarz sehen.

Wie erkennt man einen Blackout?

Ganz einfach gesagt, erkennt man einen Blackout daran, dass kein Strom mehr geht. Doch da kann natürlich auch nur die Sicherung herausgefallen sein. Daher kontrolliert ob:

  • Die eigene Stromversorgung funktioniert oder nicht.
  • Der Kontakt zur Außenwelt funktioniert via Handy, Internet, Telefon, …
  • Die Nachbarschaft ebenfalls im Dunklen sitzt. Das heißt, brennt Licht bei den Nachbar:innen oder die Straßenbeleuchtung, etc.
  • Hört mittels (Auto-)Radio oder batteriebetriebenem Radio auf die Informationen der Medien. Diese können auch bei einem Blackout längere Zeit mit Notstrom weiter senden und wichtige Infos kommunizieren.
Was sollte man zu Hause haben?

Alle mit Strom betriebenen Geräte sowie jene, die auf eine vernetzte Infrastruktur angewiesen sind, fallen bei einem Blackout aus. Das heißt: Handy, Telefon, Internet, Bankomat, Notrufe, aber auch Straßennetzwerke, öffentliche Verkehrsmittel, Tunnel. In der weiteren Folge auch Supermärkte, Apotheken, Tankstellen und Ähnliches. In einigen mehrstöckigen Häusern kann es auch zu Problemen mit der Wasser- und Abwasserversorgung kommen, da viele Wasserpumpen elektrisch betrieben werden.

Bis der Strom nach einem überregionalen Blackout wieder überall funktioniert, kann es mehrere Stunden bis Tage dauern. Bei einem Blackout innerhalb eines Landes rechnet man mit bis zu einem Tag, europaweit bis zu einer Woche. Doch selbst wenn der Strom wieder geht, kann es noch weitere Tage dauern, bis die Versorgung mit allen lebenswichtigen Gütern wieder funktioniert.

„Planen Sie wie für einen vierzehntägigen Campingurlaub in den einen eigenen vier Wänden!“, Tipp des Österreichischen Bundesheers

Folgende Dinge sollten man zu Hause haben:

  • batteriebetriebenes Radio oder Autoradio
  • Taschenlampen (Batterie oder solarbetrieben) und Kerzen
  • Ausreichende Ersatzbatterien
  • Feuerzeuge, Streichhölzer sowie Feuerlöscher und Kohlenmonoxid-Melder
  • Wasser: pro Person und pro Tag zwei Liter Wasser für zwei Wochen, Getränke, Tee, etc.
  • Lebensmittel: haltbare Lebensmittel für mindestens zwei Wochen (Konserven, Trockennahrung, Öl, Nudeln, Reis, Mehl, Einmachobst und -gemüse…), aber auch Gemüse, Obst, haltbare Milch und Joghurt, Brot, Wurst und Käse etc.
  • Campingkocher, Griller, Brennpaste
  • Notfall-Apotheke: Medikamente für zwei Wochen, Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • Verpflegung für Kleinkinder: Windeln, Babynahrung etc.
  • Verpflegung für Haustiere: Futter, Leckerlis, Streu
  • Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen
  • warme Kleidung, Decken, eventuell Schlafsäcke
  • Standardwerkzeuge wie Messer, Schere, Schraubenzieher, Hammer etc.
  • Schreibmaterial wie Blöcke, Kugelschreiber
  • Auto immer mindestens halb volltanken
  • nach Möglichkeit Wasser, das zum Waschen etc. genutzt werden kann und/oder Behälter für das Auffangen von Regenwasser
  • Filtertabletten für Wasser
  • persönliche Wünsche wie beispielsweise Süßigkeiten, Magazine, Spiele, Bücher, Kuscheltiere

Tipp: Auf den ersten Blick mag die Liste ziemlich lang erscheinen. Um aber Hamsterkäufe und folglich die Überbelastung der Logistik zu vermeiden, besorgt euch bei jedem Einkauf ein bis zwei Artikel, die ihr für euren Plan B benötigt.

Wie sollte man sich vorbereiten?

Schließt euch mit eurer Familie, Freund:innen und wenn möglich mit euren Nachbar:innen zusammen. Überlegt euch schon jetzt, welche Herausforderungen auf euch im Ernstfall zukommen könnten und wie ihr diese zusammen bewältigen könnt. Sich mit anderen zusammenzutun, spart darüber hinaus auch Ressourcen und lässt euch die Zeit zu Hause besser überstehen. Macht euch zudem auch einen Treffpunkt aus. Überlegt, in welcher Wohnung, Haus oder Ort ihr euch trefft. Denn wenn es zu einem Blackout kommt, werden weder Telefon, Handy noch Internet funktionieren.

Dieser zweiwöchige Plan B ist natürlich für ein Worst-Case-Szenario ausgerichtet, dennoch lautet das Motto: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Ein paar kleine Vorbereitungen sind im Fall der Fälle viel wert. Besonders, wenn es sich um einfache Hilfsmittel handelt, die wenig Geld kosten und wenig Platz benötigen.

Über die/den Autor:In

Linda Weidinger
Linda Weidinger
Linda hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie CREOLE an der Uni Wien studiert. Die letzten Jahre arbeitete sie als Journalistin und Social Media-Redakteurin. Ihr Ziel: Die Menschen aufzuklären. Ihr Traum: eine offene, tierliebe und tolerante Gesellschaft. Ihre Schwerpunkte: Gerechtigkeit, Klima- und Umweltschutz.

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