Energiewende am Bauernhof

Landwirt:innen versorgen die Bevölkerung mit Lebensmitteln. Nun sollen sie auf ihren Höfen auch Energie produzieren, um sich unabhängig von Gas und Erdöl mit Strom und Wärme zu versorgen. Die Bundesregierung unterstützt sie am Weg zum energieautarken Bauernhof mit insgesamt 100 Millionen Euro. 

Photovoltaik-Anlagen am Dach des Schweinestalls, ein Auto mit Elektroantrieb und ein Biomassekessel zum Heizen. So könnte ein Bauernhof in Zukunft aussehen. Die Landwirt:innen werden auf ihrem Hof selbst Energie erzeugen und sind nicht mehr länger von fossilen Energieträgern wie Gas und Erdöl abhängig. Energiekrisen haben einen geringeren Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktion, die Versorgung mit Lebensmitteln wird dadurch sicherer.

Bauernhöfe sollen energieautark werden

Einzelne Landwirt:innen haben auf ihren Betrieben bereits Maßnahmen gesetzt, um den benötigten Strom vor Ort zu produzieren und energieautark zu wirtschaften. In Zukunft sollen das aber noch viel mehr werden. In ganz Österreich gibt es mehr als 110.000 landwirtschaftliche Betriebe. Das Potenzial ist daher groß. Die Bundesregierung will die Energiewende am Bauernhof daher nun mit dem Förderprogramm „Versorgungssicherheit im ländlichen Raum – Energieautarke Bauernhöfe“ vorantreiben. „Wir befinden uns in einer Zeit der massiven Energieverknappung, die zu hohen Energiekosten führt. Das spüren nicht nur große industrielle Unternehmen, sondern auch Land- und Forstwirtschaftsbetriebe. Wir unterstützen Land- und Forstwirt:innen auf ihrem Weg in Richtung energieautarke Bauernhöfe“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Fördergelder stammen aus ökosozialer Steuerreform

Bis 2025 stehen insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung. Jede:r Landwirt:in mit einem förderbaren Projekt erhält bis zu 250.000 Euro. Finanziert wird das Förderprogramm über die ökosoziale Steuerreform. Klimaschädigendes CO2 hat dadurch einen Preis bekommen. Das bedeutet, dass zum Beispiel Benzin und Diesel teurer geworden sind. Mit den Steuereinnahmen werden unter anderem Projekte finanziert, die Österreich zu einem klimaneutralen Land machen sollen.

Vier verschiedene Förderkategorien

Die Landwirt:innen können die Anträge seit Mitte Februar beim Klima- und Energiefonds stellen. Das Förderprogramm läuft in mehreren Modulen ab:

  • Modul A: Gefördert werden Einzelmaßnahmen wie die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen und der Umstieg auf LED-Beleuchtung. Voraussetzung ist, dass sich diese Maßnahmen rasch umsetzen lassen.
  • Modul B: Gefördert wird die Erstellung eines Gesamtenergiekonzepts. Durch diese Maßnahmen soll dafür gesorgt werden, dass sich die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe besser selbst mit Energie versorgen können.
  • Modul C: Gefördert werden kombinierte Maßnahmen. Landwirt:innen können Maßnahmen aus den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Energiespeicherung, E-Mobilität und Energiemanagement kombinieren.
  • Modul D: Gefördert werden Sofortmaßnahmen wie zum Beispiel Vorkehrungen am Zählerkasten.

Mit Ausnahme von Modul D muss der Förderantrag gestellt werden, bevor die Maßnahmen umgesetzt werden.

Mit diesem Förderprogramm will die Bundesregierung den Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigen. Zudem können energieautarke Bauernhöfe die öffentliche Infrastruktur entlasten und zum Kern lokaler Energieversorgung werden.

Über die/den Autor:In

Nicole Frisch
Nicole Frisch
Nicole studiert Politikwissenschaft und Internationale Entwicklung an der Universität Wien. Das Ziel: Die Weltpolitik verstehen – und das Verstandene mit möglichst vielen Menschen teilen. Ihren Weg in den Journalismus hat sie über die NÖN gefunden. Ihre Schwerpunkte sind soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Migration und Vergangenheitspolitik.

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