Buchtipp: Der Grund

Bodenversiegelung ist – nach Langem endlich – ein Top-Thema in der öffentlichen Diskussion. Unser FREDA Buchtipp zum Thema kommt von Karin Chladek.  

Das Problem, dass immer mehr Boden verbaut und damit anderen Nutzungsformen permanent entzogen wird, besteht beim Verbauungs-„Europasieger“ Österreich (mit einem durchschnittlichen Flächenverbrauch von täglich rund 12,9 ha, also 20 Fußballfeldern) massiv, aber das Problem an sich ist international.

„Wie wir mit Böden und Flächen umgehen, ist die Überlebensfrage des 21. Jahrhunderts“

Auch in Deutschland, dem Herkunftsland der beiden Autorinnen von „Der Grund“, Tanja Busse und Christiane Grefe, ist der behauptete Bedarf von Boden von ganz verschiedenen Seiten beachtlich. Häuslbauer*innen, Landwirtinnen und Landwirte, Immobiliengesellschaften, Straßenbaufirmen, nicht zuletzt Betreiber*innen von Windparks oder PV-Feldern … alle glauben sie, ihre Ansprüche seien wichtiger als andere, alle fordern sie Flächen (oberirdisch) und/oder Böden (auch unterirdisch). Diese stehen aber nicht endlos zur Verfügung. Das ist nicht so trivial, wie es klingt: Wohnen, essen und mobil sein wollen wir schließlich alle. Auch nachhaltig erzeugte Energie ist unverzichtbar. Was aber der Entzug von immer mehr Böden für die Biodiversität, die regionale Landwirtschaft, die Speicherung von Wasser und von CO₂ sowie letztendlich für uns selbst bedeutet, mag man sich kaum vorstellen. Dass es längst andere, weit Boden-schonendere Wirtschaftsformen gibt (die im Buch vorgestellt werden), ist zwar offensichtlich, wird aber von viel zu wenigen Menschen auch tatsächlich umgesetzt. Immer noch.

Wie wichtig das Leben im Boden selbst ist, war lange Zeit nur Biolog*innen und Bio-Bäuer*innen klar. Nun dringt es immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft. Inzwischen ist bekannt, wie entscheidend Schlüsselorganismen wie Regenwürmer oder Mykorrhiza-Pilze sind. Wer es genau wissen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. „Wie wir mit Böden und Flächen umgehen, ist die Überlebensfrage des 21. Jahrhunderts“, meinen Tanja Busse und Christiane Grefe in „Der Grund“.

Diese Rezession hat Karin Chladek geschrieben / Bilder: Verlag Antje Kunstmann / „Der Grund“ von Tanja Busse & Christiane Grefe ist im Verlag Antje Kunstmann erschien. München 2024.

Bild: Verlag Antje Kunstmann

Über die/den Autor:In

Karin Chladek
Karin Chladek
Mag.a Karin Chladek ist als freie Journalistin tätig, bevorzugt im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und des Reisens. Sie hat Anglistik, Italienisch und Germanistik an den Unis Wien und Nottingham studiert und ein Postgrad-Studium der Wissenschaftskommunikation angehängt.

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