Das Einmaleins der Wanderregeln

Das Wandern ist des Müllers Lust und das von vielen Österreicher:innen. Damit der Ausflug in der Natur sowohl für uns als auch für die tierischen Bewohner respektvoll abläuft, braucht es einige Verhaltensregeln:

Wenn es draußen endlich wieder wärmer ist und die Sonne strahlt, gibt es für viele nichts Schöneres als ab in die Natur. Ob auf den Berg oder in den Wald – beides ist wahrlich erholsam. Nicht umsonst heißt es, dass ein Spaziergang in der Natur Medizin für Körper und Seele ist. Dennoch sollten wir stets beachten, dass wir hier nur Gäste sind. Denn die Natur gehört den Wildtieren.

Im Revier der Wildnis

Um Rücksicht auf die Tiere zu nehmen und ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten, gelten folgende Regeln:

  1. Respektiert Wildtiere: Vermeidet es, Wildtiere zu stören oder zu füttern. Haltet einen angemessenen Abstand zu ihnen ein und meidet den Wald 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang, um den Tieren so wenig Stress wie möglich zu bereiten.
  2. Auch Weidetiere verdienen ihre Ruhe: Auf vielen Almen gibt es Weidetiere wie Kühe und Schafe. Achtet darauf, ihnen ausreichend Platz zu lassen und sie nicht zu erschrecken. Vermeidet es, zwischen ihnen hindurchzuwandern oder sie anzufassen. Besondere Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn auch junge Kälber auf den Almen sind, da der Mutterinstinkt der Kühe stark ausgeprägt ist. Meidet daher Weiden mit Jungtieren. Wenn ihr einen Hund dabeihabt, bitte unbedingt an die Leine nehmen und die Begegnung mit der Mutterkuh vermeiden.
  3. Achtet auf das Wetter: Das Wetter auf der Alm oder im Wald kann sich schnell ändern, besonders in den Bergen. Informiert euch im Vorfeld über die Wettervorhersage und seid auf mögliche Veränderungen vorbereitet.
  4. Bleibt auf den Wegen: Vermeidet es, abseits der ausgewiesenen Wege zu gehen, um das Ökosystem nicht zu stören. Achtet auf Hinweis-, Gebots- und Verbotstafeln. Betretet den Wald nicht, wenn eine Sperrgebietstafel (forstlich=gelb oder jagdlich=grün) aufgestellt wurde.  Hier herrscht zu dieser Zeit Lebensgefahr. Das gilt auch für Wanderungen auf der Alm. Oft sind Wanderwege aus Sicherheitsgründen vorübergehend gesperrt.
  5. Seid auf mögliche Gefahren vorbereitet: Auf der Alm, aber auch im Wald kann es zu Steinschlägen, Abbrüchen oder anderen Gefahren kommen. Informiert euch daher immer im Vorfeld über die Strecke und bereitet euch auf mögliche Gefahren vor. Dazu gehört auch, mit einer angemessenen Ausrüstung loszuziehen wie Wanderschuhe, ausreichend Verpflegung, Navigation etc.
  6. Nehmt den Hund an die Leine: Im Wald, auf der Wiese, am Berg und auf Feldern solltet ihr eure Hunde an der Leine halten, um Gefahren für die Wild- und Weidetiere sowie für den Hund zu vermeiden.
  7. Seid achtsam: Vermeidet laute Geräusche, um die Tierwelt nicht zu stören. Achtet darauf, keinen Müll zu hinterlassen. Es ist auch nicht erlaubt, Klaubholz – also liegendes oder stehendes Holz oder Harz sowie sonstige Pflanzen und Erde mitzunehmen.
  8. Pilze und Beeren sammeln mit Maß und Ziel: Pilze, Beeren und sonstige Früchte gehören den Waldeigentümer:innen. Wenn das Sammeln nicht ausdrücklich durch Schilder oder andere Hinweise verboten ist, dürfen sie unentgeltlich gesammelt werden. Es ist jedoch wichtig, nicht mehr als zwei Kilo pro Person und Tag zu sammeln. Sammelt auch nur so viel, wie ihr tatsächlich benötigt. Das Verkaufen von gesammelten Pilzen und Beeren ist verboten.
  9. Kein offenes Feuer oder Zelten: Grundsätzlich ist es verboten, im Wald ein Feuer zu machen. Vor allem im Hochsommer kommt es leicht zu Waldbränden. Oft reicht dafür schon eine weggeworfene Zigarette. Informiert euch daher vorher über die aktuellen Waldbrandwarnungen und haltet euch an die örtlichen Vorschriften. Zelten im Wald ist ebenfalls nicht gestattet.
  10. Radfahren und Reiten: Grundsätzlich ist das Radfahren oder Mountainbiken im Wald und am Berg verboten. Erlaubt ist es nur dort, wo Markierungen eindeutig auf einen Radweg hinweisen. Das Gleiche gilt auch für das Reiten im Wald – nur dort, wo es ausdrücklich beschildert ist.

Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass unser Verhalten Auswirkungen auf die Natur und das Ökosystem haben kann. Wenn wir uns respektvoll und verantwortungsbewusst verhalten, können wir dazu beitragen, die Natur und die Wildtiere zu schützen und zu bewahren.

Über die/den Autor:In

Linda Weidinger
Linda Weidinger
Linda hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie CREOLE an der Uni Wien studiert. Die letzten Jahre arbeitete sie als Journalistin und Social Media-Redakteurin. Ihr Ziel: Die Menschen aufzuklären. Ihr Traum: eine offene, tierliebe und tolerante Gesellschaft. Ihre Schwerpunkte: Gerechtigkeit, Klima- und Umweltschutz.

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