Energiesparen im Alltag: Strom

Weniger Strom verbrauchen ist das Gebot der Stunde. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir uns arg einschränken müssen. Denn wirklicher Verzicht ist beim Stromsparen oft gar nicht notwendig. Es reicht schon, wenn wir nur dort weniger verbrauchen, wo er uns gar nicht nützt. Wo das ist, hat FREDA zusammengefasst.

Kochen
  • Schauen verboten: Ja, es ist verlockend. Wenn der Kuchen im Ofen bäckt, dann wollen wir natürlich sehen, ob er ordentlich aufgeht. Das Sichtfenster ist dreckig, also müssen wir die Tür öffnen, um nachzusehen, was der Kuchen so treibt. Nur leider geht damit auf einen Schlag sehr viel Wärme verloren. Das schadet nicht nur dem Backprozess, sondern, richtig geraten, ist auch Energieverschwendung. Deswegen: Lieber Sichtfenster putzen und den Kuchen so zuschauen.
  • Die Suche nach dem einzig wahren: Wir wollen uns nach einem langen Tag nur mal schnell das Essen von gestern warmmachen. Aber wo wärmen wir es auf? Backrohr? Mikrowelle? Oder auf der Herdplatte? Wenn es um den Stromverbrauch geht, sind kleinere Geräte die bessere Wahl. Wer öfter Speisen aufwärmt, aber keine Mikrowellen mag, für den lohnt sich auf lange Sicht ein Mini-Backofen. Der arbeitet bei kleinen Mengen an Essen deutlich effizienter als der herkömmliche große Backofen.
  • Für (fast) jeden Topf gibt’s einen Deckel: Oder zumindest sollte es ihn geben, irgendwo in den Untiefen unserer Küche. Ihn zu suchen und dann auf den Topf zu geben, lohnt sich. Die Wärme bleibt im Topf und damit wird unser Essen schneller warm. Und ja: Natürlich spart es Strom, wenn die Platte kürzer läuft.
  • Ärger mit verzogenem Kochgeschirr: Im Gegensatz zu verzogenen Menschen erkennen wir sie nicht immer gleich. Pfannen und Töpfe, deren Boden nicht mehr flach ist, haben wenig Kontakt zur Herdplatte. So können bis zu 50 Prozent der Energie verloren gehen. Übrigens: Kochgeschirr verzieht sich besonders dann, wenn wir es auf Kochfeldern benützen, die nicht ihrer Größe entsprechen. Töpfe und Pfannen sollten wir also immer auf die passend große Herdplatte stellen. Das spart zusätzlich Strom.
  • Reingeben, was rauskommen soll: Wenn wir Wasser im Wasserkocher erhitzen, haben wir schon einmal die richtige Wahl getroffen: Er ist deutlicher effizienter als die Herdplatte. Wir sollten allerdings darauf achten, nur so viel Wasser zu erwärmen, wie wir tatsächlich brauchen. Das heißt: Statt den Wasserkocher auf gut Glück unter dem Hahn anzufüllen, geben wir besser das Wasser tassenweise ins Gerät.
Sollte das Gefrierfach so aussehen, sollte man es abtauen. Das spart ordentlich Strom. © Adobe Stock
Kühlschrank
  • Voller ist toller: Je besser das Gerät gefüllt ist, desto effizienter arbeitet es. Das gilt für Wasch- und Spülmaschinen, aber überraschenderweise auch für Kühlschränke.  Denn in einem leeren Kühlschrank wird Luft gekühlt, die beim Öffnen schnell entweicht. Ist ein Kühlschrank hingegen voll mit Lebensmittel, ist viel der Kühlleistung in den Lebensmitteln gespeichert. Und ganz allgemein gilt natürlich: Längeres Öffnen des Kühlschranks sollten wir möglichst vermeiden. Besser also wir wissen schon vor dem Öffnen, was wir essen wollen.
  • Coolness ist überbewertet: Wir müssen unseren Kühlschrank nicht auf fünf oder sechs Grad runterkühlen. Acht Grad im mittleren Fach reichen vollkommen. Um die Temperatur zu kontrollieren, legt am besten ein herkömmliches Thermometer in den Kühlschrank und passt die Kältestufe des Kühlschranks so lange an, bis ihr die Wunschtemperatur erreicht.
  • Eis hat seinen Preis: Wenn sich an den Innenseiten des Gefrierschranks eine Eisschicht bildet, dann erhöht das den Stromverbrauch des Gerätes um ein Drittel. Zumindest alle sechs Monate sollten wir daher unsere Gefrierschränke abtauen. Bei dieser Gelegenheit sollten wir auch gleich mal die Temperatur prüfen. Am effizientesten arbeiten Gefrierschränke, wenn sie auf circa minus 18 Grad °C eingestellt sind.
  • Schlechte Nachbarschaft: Auch unter Küchengeräten gibt es Nachbarn, die nicht zusammenpassen. Kühlschränke sollten wir besser nicht neben wärmeabstrahlende Geräte stellen. Dazu zählen Geschirrspüler und Öfen. Das gilt insbesondere für ältere Geräte. Moderne Kühlschränke und Öfen sind zumeist sehr gut isoliert.
  • Sind sie noch ganz dicht? Diese Frage sollten wir uns regelmäßig stellen, wenn wir vor unserem Kühlschrank stehen. Defekte Dichtungen machen es Kühlgeräten schwer, die Innentemperatur konstant zu halten. Finden wir brüchige Dichtungen, sollten wir sie zeitnah tauschen.

Übrigens: Auch wenn moderne Geräte energieeffizienter sind. Strom sparen fängt nicht damit an, dass man sofort alle alten Geräte tauscht. Denn auch die Produktion von Geräten braucht Energie – genauso wie der Transport. Man kann auch vorhandene Geräte stromsparend einsetzen.

Wer kann, sollte seine Wäsche besser an der Luft trocknen lassen und auf den Trockner verzichten.
Waschen und Trocknen
  • Nicht verschwenden, Leine verwenden: Wenn wir die Möglichkeit haben, Wäsche im Freien an der Leine aufzuhängen, sollten wir das machen. Denn Wäschetrockner brauchen sehr viel Strom. Besonders im Sommer trocknet Wäsche in der Sonne fast genauso schnell wie im Trockner.
  • Blitzeblank auch bei niedrigen Temperaturen: Mit modernen Waschmitteln und Maschinen bekommen wir fast alle Wäschestücke bei 30 sauber. 60 Grad oder mehr braucht es nur bei sehr stark verschmutzter Wäsche. Mit niedrigen Waschtemperaturen lässt sich ordentlich Strom sparen. Denn 70 Prozent des Energieverbrauchs einer Waschmaschine entfällt alleine auf das Aufheizen des Wassers.
  • Geduld spart Strom: Der Eco-Modus unserer Waschmaschine braucht zwar länger, aber das Warten lohnt sich. Im Schnitt verbrauchen Sparprogramme nur halb so viel Energie wie ein normaler Waschgang. Ein weiterer Vorteil: Durch die längere Laufzeit im Eco-Programm weicht die Wäsche besser ein, weil das Wasser länger in der Maschine bleibt.
  • Einmal voll ist besser als zweimal halb:  Eine halbvolle Maschine braucht annähernd gleich viel Strom wie eine volle. Deswegen sollten wir die Maschine nur aufdrehen, wenn wir die Trommel auch wirklich voll bekommen. Dasselbe gilt auch für Geschirrspülmaschinen.
Unterhaltungselektronik und Beleuchtung
  • Aus ist nicht immer aus:  Wenn wir glauben, ein Gerät auszuschalten, haben wir es in vielen Fällen nur in den Stand-By-Modus versetzt. Das heißt: Es ist nicht wirklich aus, sondern lediglich in einem Bereitschaftsmodus und frisst weiter Strom. Oft lässt sich das an kleinen LED-Lämpchen erkennen, die eifrig weiterleuchten. Bis zu 10 Prozent unseres Haushaltsstromverbrauchs lassen sich auf Stand-By zurückführen. Drucker, Espresso-Maschinen, Spielkonsolen und TV-Geräte sind gängige Übeltäter. Zum Glück ist die Lösung einfach. Wenn wir Stand-By-Geräte an eine Steckerleiste mit Schalter hängen, können wir sie wirklich deaktivieren.
  • Gute Nacht, Handy: Unsere Handys hängen oft so lange am Stromkabel, wie wir im Bett liegen. Vor dem Schlafen gehen stecken wir es an, nach dem Aufstehen nehmen wir es vom Strom. Allerdings sind die Akkus oft schon nach ein bis zwei Stunden zu 100 Prozent geladen. Die restliche Zeit laden sie nicht mehr, verbrauchen aber trotzdem Strom. Deswegen macht es mehr Sinn, Handys am Abend oder nach dem Aufstehen zu laden.
  • Runter mit der Helligkeit: Bei TV-Geräten sind die Standard-Einstellungen für Kontrast und Helligkeit sehr hoch. Das verbraucht deutlich mehr Strom. In den Einstellungen der meisten modernen Fernseher lässt sich das jedoch leicht ändern. Die Heiligkeit der Geräte im Rahmen einer noch guten Bildqualität zu dimmen kann den Stromverbrauch reduzieren.
  • LED lohnt sich: LED-Lampen halten 20-mal länger als klassische Glüh- und Halogenbirnen und sparen über die Lebensdauer gerechnet bis zu 90 Prozent Strom. Bei diesen Zahlen lohnt sich, wenn wir unsere ganze Wohnung nach alten Glühlampen durchsuchen. Finden wir eine, sollten wir sie gegen energiesparenden LEDs tauschen.

Jede diese Stromsparmaßnahmen ist für sich betrachtet klein. Aber wenn viele von uns viele kleine Maßnahmen umsetzen, hat das in Summe eine große Wirkung. Deswegen sollten wir uns Tipps wie diese immer wieder in Erinnerung rufen. Spart Energie und schont den Geldbeutel.

Weitere wertvolle Tipps, um einfach und trotzdem effektiv Energie zu sparen, erfährt ihr in folgenden Beiträgen:

Über die/den Autor:In

Markus Englisch
Markus Englisch
Markus studierte TV- und Medienproduktion in Wien. Sein größter Antrieb als Journalist ist es, die Klimakrise für alle Menschen begreifbar zu machen. Zuletzt war er als Redakteur bei PULS 4 tätig und leitete das Nachhaltigkeitsmagazin KLIMAHELDiNNEN.

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