Energiesparen im Alltag: Heizen

Das Motto des diesjährigen Winters lautet: Energieverbrauch senken! Bis zu elf Prozent kann ein Haushalt mit einfachen Tipps einsparen. Richtiges Heizen kann dabei einen enormen Beitrag leisten. Die folgenden Tipps helfen, die Energiekosten zu Hause mit wenig Aufwand zu verringern.

Heizen verursacht mehr als 50 Prozent des Energieverbrauchs in Wohngebäuden. Mit der richtigen Handhabe kann man diesen leicht senken – und das ganz gut ohne zusätzliche Wollpullis und Mützen in den eigenen vier Wänden. Denn beim richtigen Heizen geht es nicht um den Verzicht von Wärme, sondern darum, Energie bewusst und vor allem intelligent zu nutzen. FREDA zeigt, wie es geht:

Die richtige (T-)Raumtemperatur finden

Die einen mögen es warm, die anderen brauchen es kühl. So unterschiedlich das persönliche Wärmeempfinden auch sein mag, so gravierend kann es sich auf die Energiekosten auswirken. Denn schon wenige Grad können beim Energieverbrauch einen enormen Unterschied machen. Die Faustregel dabei besagt: Jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Energie. Daher lautet die Empfehlung für die kommende Heizperiode, die Temperatur zu Hause um 2 Grad zu senken.

Richtig heizen

Die optimalen Raumtemperaturen:

  • Im Wohnzimmer reicht meist eine Temperatur von rund 20 bis 23 Grad.
  • Im Schlafzimmer kann es ruhig etwas kühler sein, hier reichen 17 bis 18 Grad. Das sorgt für einen erholsamen Schlaf.
  • In der Küche kann es ebenfalls rund 17 Grad haben. Da sich Herd und Kühlschrank auch aufheizen, muss die Küche meistens gar nicht beheizt werden.
  • Vorzimmer & Flur müssen ebenfalls nicht aktiv beheizt werden.
  • Im Badezimmer kann es hingegen etwas wärmer sein. 20 bis 22 Grad sind hier ideal.

„Jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Energie.“

In Räumen, an denen es feucht ist, wie im Bad und in der Küche sowie in kühlen Räumen, solltet ihr die Temperatur nie unter 15 Grad fallen lassen. Durch die Kälte entsteht Feuchtigkeit und es kann sich Schimmel bilden.

Beim Verlassen der Wohnung die Heizung abdrehen?

Lieber nicht. Das Aufheizen der abgekühlten Räume kostet sehr viel Zeit und Energie. Wenn ihr tagsüber nicht zu Hause seid, könnt ihr die Heiztemperatur um bis zu vier Grad absenken. Das gilt auch nachts. Achtet hier aber wieder darauf, dass es nicht zu kalt wird. Gerade bei klirrender Kälte ist es wichtig, gleichmäßig durchzuheizen und viel zu lüften. Programmierbare Thermostate machen eine tagesabhängige Temperaturregelung einfacher.

Kennt Ihr euren Heizkörper?

Wer keinen zentralen Thermostat mit Temperatursteuerung hat, kann die Temperatur auch direkt beim Heizkörper-Thermostat regulieren. Die meisten Thermostate haben die Stufen 1 bis 5 inklusiver Sonderzeichen. Diese Stufen stehen für:

  • * (Sternchen): Frostschutz – Heizung läuft nur, wenn die Temperaturen unter 5 °C fallen
  • Stufe 1 steht für ca. 12 °C
  • Stufe 2 steht für ca. 16 °C
  • Stufe 3 steht für ca. 20 °C
  • Stufe 4 steht für ca. 24 °C
  • Stufe 5 steht für ca. 28 °C

Wärme aus? Luft drin!

Wenn der Heizkörper trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht mehr richtig heiß wird und gluckernde Geräusche macht, kann sich Luft darin befinden. Das lässt sich leicht selbst beheben. Kontrolliert dafür zuerst, ob sich am Heizkörper ein Entlüftungsventil mit einem Vierkantstift befindet. Wenn ja, könnt ihr die Heizung mit einem Entlüftungsschlüssel entlüften. Den Schlüssel gibt es im Baumarkt. So funktioniert es:

  • Die Heizung muss zuerst für 10 bis 15 Minuten auf maximale Temperatur aufgedreht werden.
  • Anschließend wieder zudrehen. Haltet ein Tuch vor das Ventil, da heißes Wasser herausspritzen kann.
  • Dreht nun mit dem Entlüftungsschlüssel gegen den Uhrzeigersinn, maximal eine halbe Umdrehung.
  • Nach wenigen Sekunden entweicht die Luft.
  • Kurz warten und wenn keine Luft, sondern nur noch Wasser entweicht, kann man das Ventil wieder zudrehen.
  • Wenn viel Luft entfernt wurde, muss eventuell Wasser in den Heizkreislauf nachgefüllt werden.

Je nach Haus oder Wohnung können allein durch diese Maßnahmen zwischen 35 und 65 Euro Heizkosten gespart werden.

Besser Stoßlüften als Dauerkippen

In einem Haushalt mit vier Personen verdampfen durch Atmen, Duschen und auch Kochen pro Tag rund 10 Liter Feuchtigkeit. Deshalb ist es extrem wichtig, regelmäßig und richtig zu lüften.

Stoßlüften ist dabei am effektivsten: Lüftet mehrmals täglich drei bis fünf Minuten. Öffnet am besten alle Fenster, sodass ein Durchzug entsteht. Das bringt viel frische Luft, ohne dass unnötige Heizkosten oder ein Energieverlust entsteht.

Jeder Raum braucht seine Lüftung
  • Wohnräume: Wenn sich in den Räumen viele Pflanzen befinden, sollte man öfters lüften. Da sich viel Feuchtigkeit darin sammelt.
  • Schlafräume: Hier gilt, nachts kann gekippt werden. Wem das zu kalt ist, der sollte nach dem Aufstehen gründlich durchlüften.
  • Badezimmer: Nachdem Duschen oder Baden sollte man sofort lüften, um die zusätzlich entstandene Feuchtigkeit entweichen zu lassen. Sonst kann sich hier schnell Schimmel bilden.
  • Küche: Durch das Kochen entsteht ebenfalls Feuchtigkeit, auch hier gilt, Dunstabzug verwenden und gründlich lüften.

Aufgepasst: Wenn die Fenster in Wohnräumen häufig mit Kondenswasser beschlagen sind, ist das meist ein Zeichen, dass zu wenig gelüftet oder falsch geheizt wird.

Fenster & Türen dichthalten

Vor allem bei älteren Fenstern und Türen können Fugen, Spalten und Ritzen sehr Luft durchlässig sein: Kalte Luft strömt ungehindert hinein und wertvolle Wärme entweicht. Um das zu verhindern, könnt ihr eure Fenster mit einem Schaumstoff- oder Gummidichtungsband abdichten. Türen können beispielsweise mit einem Zugluftstopper oder einer Bürstenabdichtung abgedichtet werden. Die Abdichtungen bekommt man in jedem Baumarkt in unterschiedlichen Ausführungen.

Wer zudem Rollläden und Vorhänge nachts schließt, kann den Wärmeverlust zusätzlich um bis zu 20 Prozent verringern.

Aufgepasst: Achtet darauf, dass Vorhänge oder Möbel nicht den Heizkörper verdeckten. Sonst kann sich die Wärme nicht optimal im Raum verteilen.

Weitere wertvolle Tipps, um einfach und trotzdem effektiv Energie zu sparen, erfährt ihr in folgenden Beiträgen:

Über die/den Autor:In

Linda Weidinger
Linda Weidinger
Linda hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie CREOLE an der Uni Wien studiert. Die letzten Jahre arbeitete sie als Journalistin und Social Media-Redakteurin. Ihr Ziel: Die Menschen aufzuklären. Ihr Traum: eine offene, tierliebe und tolerante Gesellschaft. Ihre Schwerpunkte: Gerechtigkeit, Klima- und Umweltschutz.

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