Wie Pinguin-Kacke dem Klima hilft

Die Fäkalien von Zügelpinguinen spielen eine wichtige Rolle bei der Bindung von CO2 aus der Atmosphäre. Das haben Forscher:innen nun im Südpolarmeer herausgefunden. Jedoch werden die Pinguine immer weniger.

Es ist ein natürlicher Kreislauf, der sich tagtäglich in der Region des Südpolarmeers abspielt: Eisen fördert das Wachstum von Phytoplankton. Zur Photosynthese nimmt das Phytoplankton wiederum CO2 aus der Atmosphäre auf. Je mehr davon also vorhanden ist, desto mehr Kohlenstoff kann gebunden werden. Stirbt es ab, sinkt es zum Boden des Ozeans und das gebundene CO2 bleibt dort gespeichert.

Tiere im Kreislauf wichtig

In diesem Kreislauf spielen die tierischen Bewohner des Südpolarmeers eine entscheidende Rolle. Der Antarktische Krill, eine kleine Krebsart, ernährt sich von Phytoplankton und nimmt dadurch Eisen auf. Wird der Krill wiederum von einem Bartenwal gefressen, gelangt das Eisen auch in dessen Körper. Scheidet der Bartenwal das Eisen mit seinen Fäkalien aus, düngt er das Wasser und fördert so das Wachstum des Phytoplanktons.

Zügelpinguine scheiden 521 Tonnen Eisen pro Jahr aus

Während die Rolle der Bartenwale in diesem Kreislauf bekannt ist, war jene der Zügelpinguine bisher wenig erforscht. Ein Forschungsteam um Oleg Belyaev vom Institut für Meereswissenschaften von Andalusien hat sich nun näher mit den Seevögeln beschäftigt. Schätzungsweise 521 Tonnen Eisen geben diese pro Jahr ans Wasser ab. Das haben die Forscher:innen mittels Drohnenaufnahmen von einer Pinguinkolonie und Zählungen der Tiere berechnet. Das klingt nach viel. Das Forschungsteam weist jedoch darauf hin, dass der Bestand der Zügelpinguine seit den 1980er Jahren wegen der Klimaerwärmung um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist. Die Folge: Es wird um die Hälfte weniger Eisen recycelt.

Eisenkonzentration in Fäkalien der Pinguine sehr hoch

Die Zügelpinguine – und vermutlich auch andere Pinguinarten – spielen im Eisenkreislauf somit eine wichtige Rolle. Denn ihre Ausscheidungen enthalten eine sehr hohe  Konzentration an Eisen. Ein Gramm Guano, ein feinkörniges Gemisch aus verschiedenen Phosphaten, das aus den Fäkalien der Pinguine entsteht, enthält drei Milligramm Eisen. Im Vergleich dazu beträgt der Eisengehalt in den Ausscheidungen der Bartenwale nur ein Zehntel.

Je mehr Pinguine es gibt, desto mehr CO2 kann das Meer aufnehmen

Je mehr Pinguine es gibt, desto mehr Phytoplankton wächst und desto mehr CO2 kann aus der Atmosphäre aufgenommen werden, lautet die Schlussfolgerung des andalusischen Forschungsteams. Damit ist auch klar: Wenn die Pinguine weniger werden, gefährdet das die Funktion des Meeres als natürlichen CO2-Speicher. Den Bestand der Zügelpinguine zu erhalten, ist daher von enormer Bedeutung für das zukünftige Leben auf der Erde. „Ein tieferes Verständnis der Beuteaufnahme des Zügelpinguins, seiner Wanderungen sowie der Dynamik des Guanoeintrags aus den Brutgebieten würde dazu beitragen, ihren Erhaltungszustand und ihren Einfluss auf das Eisenrecycling im antarktischen Meeresökosystem zu verbessern“, meinen die Forscher:innen.

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