Wer soll in Österreich wie viel beitragen, wenn es ums Sparen geht? Das fragen sich viele Menschen derzeit. Klar ist, dass wir sparen müssen. Die aktuellen Maßnahmen der Regierung treffen dabei vor allem Familien, Pensionist:innen und arbeitende Menschen. Die Grünen haben einen Vorschlag gemacht, Superreiche mehr in die Verantwortung zu nehmen und diese fair zu besteuern.

Gebühren rauf, Öffi-Tickets teurer, zu wenig Geld für Kinderbetreuung.  Während die Mehrheit beim Sparkurs immer mehr draufzahlt, bleiben Superreiche weitgehend verschont. Wer zig Millionen oder gar Milliarden erbt, zahlt dafür keinen Cent. Viele Menschen finden das ungerecht und beteiligen sich derzeit an einer Petition der Grünen. Dabei geht es um eine faire Besteuerung von sehr großen Vermögen.

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„Es kann doch nicht sein, dass jemand, der sich durchs Leben arbeitet, zehntausende Euro an Steuern zahlt, und wer ein Millionenvermögen erbt, zahlt gar nichts.“

Leonore Gewessler, Bundessprecherin die Grünen

Ruf nach Gerechtigkeit

Diesen Wunsch nach mehr Gerechtigkeit teilen viele Menschen in Österreich. Mehr als 34.000 haben die Grüne Petition „Superreiche fair besteuern“ bereits unterschrieben. Sie sagen ganz klar: Es reicht. Die Regierung darf nicht schon wieder nur die Mitte zur Kassa bitten, während die Superreichen geschont werden. Die Grünen wollen das ändern. Diesmal sollen wirklich auch die Reichsten zahlen. Mit einer fairen Steuer, die nur die obersten 2 % der vermögendsten Erben in diesem Land betrifft. Konkret heißt das: Wer ein Haus oder eine Wohnung von den Eltern erbt oder den Familienbetrieb übernimmt, muss sich keine Sorgen machen.

Deine Meinung: Superreiche fair besteuern?

Ein faires Modell

Die Grünen haben ein einfaches und faires Modell vorgelegt: Es nimmt Erbschaften und Schenkungen bis zu einer Million komplett aus (Freibetrag). Zusätzlich soll für eine Wohnung oder ein Haus bis zu einem Wert von 1,5 Millionen Euro keine Steuer anfallen, wenn dort der Hauptwohnsitz angemeldet wird. Auch wer den Familienbetrieb oder einen Bauernhof übernimmt, soll durch eigene Regeln ausgenommen werden. So wird sichergestellt, dass wirklich die Reichsten ihren fairen Beitrag leisten und alle anderen entlastet werden können. Denn 98 % der Erbschaften in Österreich liegen unter diesen Grenzen.

Was ist mit dem geerbten Eigenheim?

Eine Mutter will ihren beiden Töchtern ihre Immobilien vererben: ein Haus am Land im Wert von einer Million Euro und vier Wohnungen in der Stadt um je 250.000 Euro. Müssen ihre Kinder dafür Steuern zahlen? Die Grünen sagen: Nein. Wenn sie jeweils eine der Wohnungen als Hauptwohnsitz melden, fällt keine Steuer an – diese sind zu 1,5 Millionen Euro befreit. Und auch der Rest bleibt unter dem Grundfreibetrag von einer Million Euro.

Wie ist das mit dem Familienbetrieb?

Ähnlich ist es beim Familienbetrieb. Wer etwa die Bäckerei, Tischlerei oder einen anderen Betrieb der Eltern übernimmt und weiterführt, soll nicht finanziell ins Schleudern geraten. Das Modell der Grünen ist so gebaut, dass typische Familienbetriebe – auch wenn sie ein paar Millionen Euro wert sind – in der Regel nichts zahlen müssen. Wenn der Familienbetrieb an die nächste Generation weitergegeben wird, sollen nur 15 % des Betriebsvermögens die Grundlage für den Freibetrag sein, Schulden und Kredite werden bereits abgezogen. Selbst bei einem Betriebsvermögen von z.B. sechs Millionen Euro bleibt das Erbe dank des Freibetrags vollständig steuerfrei.

Bauernhöfe in Wahrheit überhaupt nicht betroffen

Wer einen Bauernhof von den Eltern übernimmt und weiterführt, ist ebenso mit großer Sicherheit nicht betroffen. Denn von den mehr als 100.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Österreich haben überhaupt nur an die 1.000 einen Einheitswert über 100.000 Euro. Und selbst das sind keine 10 % des Grundfreibetrags.

Wer zahlt dann eigentlich?

Wenn Superreiche fair besteuert werden, können jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro für Bildung, Kinderbetreuung, Pflege und Entlastung von Arbeitseinkommen verwendet werden. „Gerechtigkeit bedeutet, dass alle ihren Beitrag leisten – und die, die am meisten haben, auch am meisten Verantwortung übernehmen“, sagt Leonore Gewessler. „Nur so schaffen wir ein Österreich, das für alle funktioniert.“ Mehr Fairness im Steuersystem bedeutet: Die breite Mitte wird entlastet und Superreiche leisten endlich einen gerechten Beitrag. Darum wollen die Grünen Superreiche fair besteuern – damit wirklich alle gut in Österreich leben können.